Was ist tasteMINT?
tasteMINT: Ein Potenzial-Assessment-Verfahren für Abiturientinnen
Ziele
Hintergrund
Durchführung
tasteMINT: Ein Potenzial-Assessment-Verfahren für Abiturientinnen
tasteMINT ist ein innovatives personales Potenzial-Assessment-Verfahren, das Abiturientinnen an der Schnittstelle Schule – Hochschule die Möglichkeit bietet, ihre Stärken für den MINT-Bereich zu erproben. An drei Tagen durchlaufen die Teilnehmerinnen einzeln und im Team bestimmte Anforderungssimulationen, die für das Studium und den späteren Beruf im MINT-Bereich typisch sind. Dabei werden sie von fachkundigen Beobachterinnen und Beobachtern begleitet, die ihnen im Anschluss ein individuelles Feedback und eine Beratung geben, basierend auf klaren, transparenten Eignungskriterien. Dazu gehört auch die Einschätzung, ob eine Universität oder Fachhochschule geeigneter sein könnte.
Am Ende des Verfahrens bekommt jede Teilnehmerin eine schriftliche Dokumentation ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur persönlichen Weiterverwendung, z.B. bei Bewerbungen an verschiedenen Hochschulen.
tasteMINT ist somit
- kein Auswahlverfahren, sondern ein Selbstüberprüfungs- und Orientierungsinstrument
- kein Self-Assessment-Tool, bei dem die Aufgaben alleine vor dem Computer bearbeitet werden müssen – die Teilnehmerinnen lernen bei tasteMINT auch eine Hochschule von innen und andere Abiturientinnen in der gleichen Situation kennen
- kein Test zur Wissensabfrage: zum Studium gehört nicht nur Wissen, sondern zur erfolgreichen Bewältigung sind auch persönliche Herangehensweisen und Einstellungen wichtig (ggf. kann tasteMINT ergänzt werden durch Tests.)
Ziele
- Erarbeitung und Erprobung eines potenzialorientierten Assessment-Verfahrens für Abiturientinnen im Übergang Schule – Hochschule für die MINT-Fächer als nachhaltiges, bundesweit akzeptiertes Instrument
- Vermeidung von Fehlentscheidungen und Studienabbrüchen
- Steigerung des Anteils weiblicher Studierender in den MINT-Fächern durch Ermutigung (Selbstexploration, Kennen lernen der Anforderungen, Abgleich von Selbst- und Fremdeinschätzung, Beratung)
Hintergrund
Die Unterrepräsentanz von Frauen im MINT-Bereich, insbesondere in den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und den technisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtungen, macht deutlich, dass es bislang nicht in ausreichendem Maße gelungen ist, die Zielgruppe Frauen für diese Studiengänge zu gewinnen. Demgegenüber stehen junge Frauen, mit guten bis sehr guten Voraussetzungen um ein Studium im MINT-Bereich erfolgreich zu bewältigen, sich dies aber aus einer Vielzahl von Gründen nicht zutrauen, beziehungsweise diese Studienrichtungen aus Unkenntnis über deren Inhalte und spätere Berufsmöglichkeiten nicht wählen. tasteMINT setzt genau hier an: Es wird ein Prototyp für ein Assessment-Verfahren im Übergang vom System Schule in das System Hochschule für die MINT-Fächer entwickelt, mit dem die Hochschulen gezielt Frauen auf diese Fächer aufmerksam machen können. Gleichzeitig ist das Verfahren durch den Dialog über Selbst- und Fremdeinschätzung zwischen Beobachter/innen und Probandinnen in der Lage, Veränderungen im Selbstkonzept zu bewirken und kompetente, aber in ihrer Entscheidung noch unsichere junge Frauen zur Wahl eines MINT-Studienfaches zu ermutigen.
Durchführung
In der Entwicklungs- und Erprobungsphase boten zunächst vier Hochschulen tasteMINT an.
- die RWTH Aachen
- die FU Berlin
- die TU Dresden
- und die HAW Hamburg
allen interessierten Abiturientinnen mit allgemeiner und fachlicher Hochschulreife die Teilnahme an diesem dreitägigen Potenzial-Assessment-Verfahren an.
Zusätzlich nehmen ab 2010 weitere Hochschulen tasteMINT in ihr Angebot auf:
- die Fachhochschule und die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
- Universität Duisburg-Essen
In diesen drei Tagen durchlaufen die Teilnehmerinnen einzeln und im Team bestimmte Anforderungssimulationen, die für das Studium und den späteren Beruf in den MINT-Bereichen typisch sind. Dabei werden sie von fachkundigen Beobachterinnen und Beobachtern begleitet, die ihnen im Anschluss eine genaue, individuelle Rückmeldung geben zu den beobachteten Kompetenzen und Fähigkeiten.
Es geht dabei nicht nur um vorhandenes Wissen, sondern vor allem auch um Herangehensweisen und Haltungen: Wie gehe ich an eine Problemlösung heran, wenn ich nicht alle Fakten weiß? Wann brauche ich ein Team, wann ist meine Einzelleistung gefragt? Wie genau, wie systematisch, wie effizient arbeite ich? Wie kann ich mich einbringen und/oder durchsetzen, wenn außer mir weit und breit kaum Frauen in meinem Studienfach sind?
Dazu kommt ein begleitendes Rahmenprogramm, in dem über das Studium und spätere Berufsmöglichkeiten informiert wird.
Am Ende der drei Tage der „Selbstexploration“ sollte die Teilnehmerin mit einer abgesicherten Orientierung und Entscheidung herausgehen, ob ein Studium in einem der MINT-Bereiche das Richtige für sie ist.

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